Biosphärenreservat Zetel

Die Meinung des Fraktionsvorsitzenden Jörg Mondorf

09.02.2021, 11:05 Uhr

 Im Mai 2017 stellte die CDU den Antrag, Kooperationsgespräche mit der Nationalpark- und Biosphärenreservatsverwaltung „Niedersächsisches Wattenmeer“ aufzunehmen, um die Vor- und Nachteile eine Mitgliedschaft zu erörtern und eine Aufnahme als Biosphärenreservatgemeinde zu prüfen und gegebenenfalls vorzubereiten. Nach zunächst stillen Jahren wurde im letzten Jahr eine öffentliche Veranstaltung der Biosphärenreservatsverwaltung  im Schloss durchgeführt. Dabei konnten die Teilnehmer*innen inhaltlich jedoch nicht erreicht und die Ziele: Schutzfunktion, Entwicklungsfunktion und Funktion logistischer Unterstützung und die Verknüpfung zwischen den ökologischen und ökonomischen Vorteilen nicht vermitteln werden. 

Auch wenn zum Teil die besonderen Potenziale von Biosphärenreservaten erkannt werden, besteht bei allen bis heute Unklarheit über die Handhabung bzw. Auslegung des Konzeptes in der Praxis. Die Frage, wie sich ein Biosphärenreservat auf die zukünftige Entwicklung unserer Gemeinde auswirken könnte, ist bisher nie beantwortet worden. Wir sehen dringenden Handlungsbedarf darin, die ökonomische Wirkungsweise von Biosphärenreservaten zu konkretisieren und nachvollziehbar zu begründen. Dieses sollte nicht nur in der Theorie geschehen. Vielmehr sind Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen von bereits etablierten Biosphärenreservaten erforderlich, in denen deren Wirksamkeit in der Praxis untersucht wird und die theoretischen Potenziale überprüft werden. Zurzeit existieren keine uns bekannten wissenschaftlichen Untersuchungen. Was bleibt, ist also die Befürchtung vieler, dass die ökonomischen Vorteile unbedeutend bleiben werden und eine Bevormundung durch die Naturschutzbehörden vorrangig werden könnte. 

Da die CDU keinen Fraktionszwang hat, werden die Fraktionsmitglieder, auch und gerade in dieser Thematik, die bislang nur den Rahmen eines leeren Raumes beschreibt, frei nach ihrem Gewissen entscheiden und nicht einheitlich abstimmen.  

Ich persönlich werde ein positives Votum abgeben und diesem neuen Projekt eine Chance geben, auch wenn ich einige Befürchtungen teile.

Alle Ratsmitglieder dürfen bei der Abstimmung jedoch nicht vergessen, dass die positive Ratsentscheidung in einen Vertrag führt, den wir auch nur wieder mit Mehrheitsbeschluss des Rates verlassen können. Die Konsequenzen dieses Vertrages, unabhängig ob negativ oder positiv, der die Bürger- und Bürgerinnen dieser Gemeinde treffen könnte, haben wir zu verantworten und ich will einfach glauben, dass die negativen Befürchtungen sich nicht bewahrheiten werden.